Mit Gedichten, die er 1964 als Zwanzigjähriger in der Freiburger Studentenzeitung veröffentlichte, begann die schriftstellerische Laufbahn von W. G. Sebald. Jetzt kann jeder diese Gedichte lesen. Im Allgäu wurde der Schriftsteller 1944 als Winfried Georg Max Sebald geboren. Der gelernte Germanist und Döblin-Spezialist arbeitete in England als Universitätslektor und in der Schweiz als Lehrer, habilitierte sich und wurde Professorfür deutsche Literaturim englischen Norwich.

In den achtziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts begann W. G. Sebald Prosa zu verfassen, es erschienen die Bände Nach der Natur (1988) und Schwindel. Gefühle (1990). Seine Texte, die auch dokumentarischen Charakter haben, hat Sebald selbst "Forschungsarbeiten"genannt, sie haben immer wieder das Leben von Dichtern zum Gegenstand, ob von Robert Walser oder Gottfried Keller, von Stendhal oder Kafka.

In seinen Zürcher Poetikvorlesungen von 1997, erschienen 1999 unter dem Titel Luftkrieg und Literatur, stellte W. G. Sebald fest, seine deutschen Schriftstellerkollegen hätten nach 1945 den Bombenkrieg und die Verwüstungen deutscher Städte nicht zum Ausdruck gebracht und damit eine grundlegende Erfahrung des Kriegs literarisch nicht weitergegeben.

Im Jahr 2001 ist W. G. Sebald bei Norwich mit seinem Auto tödlich verunglückt. Postum wurde ihm für seinen Roman Austerlitz (2001) der Literaturpreis des National Book Critics Circle zugesprochen.

W. G. Sebald: Über das Land und das Wasser

Ausgewählte Gedichte 1964–2001; Hrsg. v. Sven Meyer; Hanser Verlag, München 2008; 120 S., 14,90 €