"Markt" bezeichnet eine Kombination von Verfahrensweisen und gesetzlich abgesegneten Vereinbarungen, welche die effizienteste Verteilung von Gütern und Dienstleistungen sicherstellen soll. In gewisser Hinsicht mag man damit die Verfahren und Gesetze zum Vergleich betrachten, die Sicherheit und Ordnung gewährleisten sollen. "Markt" oder "Sicherheitspolitik" dürfen nicht dem Belieben von Akteuren überlassen werden, die sich zufällig in einer Position befinden, in der sie ihre Interessen zum Nachteil fast beliebig vieler anderer durchsetzen können (vgl. Krise der Finanzindustrie). Genau dies ist aber das neoliberale Credo: "Markt" zuerst, alles Übrige ist nachrangig und Hobby der Profiteure (zum Beispiel Spenden und sozialpolitische Drittweltstandards in den USA statt verantwortungsvoller Sozialpolitik zum Besten der Gesamtheit). Der "Markt" ist eben ein Instrumentensatz und kein Selbstzweck.

Rudolf Lasar, Köln