Raus aus dem Studio, das wahre Leben findet auf der Straße statt! Diesem Ruf folgten mehr und mehr Fotografen zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Bis dahin wurde die Welt im geschlossenen Raum nachgestellt. Man bugsierte die Protagonisten vor kolorierte Kulissen, gab ihnen allerlei Requisiten an die Hand, steckte sie in abenteuerliche Kostüme und porträtierte sie in diesen künstlich arrangierten Szenarien zwischen Exotik und Betulichkeit. Erst mit der Erfindung kleinerer Kameras wurde die Stadt zum wichtigen Revier. Den Übergang von drinnen nach draußen und den dadurch bedingten Wandel beider Milieus dokumentiert die Ausstellung Street & Studio im Essener Museum Folkwang. Unter den rund 300 Exponaten sind neben Werken von Cecil Beaton und Robert Mapplethorpe, Brassaï, Cindy Sherman und Wolfgang Tilmans Arbeiten des jungen Südafrikaners Pieter Hugo zu sehen. In seiner Fotoserie The Hyena & Other Men zeigt er afrikanische Großstädte als Dschungel, die Straßen als Orte, an denen der Mensch riskiert, gefressen zu werden. Aus dieser bissig-sozialkritischen Reihe stammt auch Abdullah Mohammed with Mainasara (unser Bild), aufgenommen 2007 in Lagos, Nigeria. B.W.

Bis 11. Januar 2009. Geöffnet Di–So 10–18 Uhr, Eintritt 5 Euro. Museum Folkwang, Kahrstraße 16, 45128 Essen, Tel. 0201/8845301,www.museum-folkwang.de