Philipp Schindler?

Nehmen wir an, Philipp Schindler wäre kein Mensch aus Fleisch und Blut und Nervenzellen, sondern eine Ansammlung von positiven Charaktereigenschaften, die einen erfolgreichen Manager ausmachen. Dann würde ihn die Suchmaschine Google irgendwo auf den vorderen Plätzen ausspucken, wenn man das Wort "Vorzeigechef" in die Suchmaske eintippt.

Philipp Schindler, 37 Jahre, Nordeuropachef von Google, hat keine Nervenzellen, sondern Nerd-Zellen, alles an ihm, alles, ist darauf programmiert, weit oben gelistet zu sein:

Abi-Note: 0,8, BWL-Studium als Top-Absolvent, Top-Nachwuchsprogramm der Bertelsmann AG. Platinsporen bei AOL Inc. und AOL Deutschland verdient (unter anderem mit der "Ich bin drin"-Kampagne von Boris Becker und der blau eingefärbten Welt) und seit Oktober 2005 bei Google.

Marc Samwer, Geschäftsführer des Gründungsfinanzierers European Founders, kennt Schindler noch aus seiner AOL-Zeit. "Die Kampagne mit Boris Becker war sein Marketing-Meisterstück", sagt er, "weil ihm damit etwas gelungen ist, was alle Marketingleute gern hätten und nur wenige hinbekommen: einen viralen Effekt. Man sprach über die Werbung, über das berühmte ›Ich bin drin‹ von Boris Becker, direkt während seiner Besenkammer-Zeit. Diese Art von Reichweite ist unbezahlbar." Heute sei Schindler bei Google nicht mehr in der Herausforderungsposition, sondern von Anfang an in einer führenden. "Aber er hat es geschafft, dass Google in Deutschland einen Marktanteil von über 90 Prozent hat, während es in den USA nur auf 65 Prozent kommt. Das ist auch sein Verdienst."

Der Mann sieht aus, als hätte er Markus Schenkenberg verschluckt

Philipp Schindler, Topnoten, Topvisage, der Mann sieht aus, als hätte er das Model Markus Schenkenberg verschluckt. Lange, leicht gewellte Haare, filigrane Fingernägel, Elfenbeinzähne, Lagunenaugen, herrje, hat er wenigstens Schuppen? Nein!