Der Internetgigant macht große Fortschritte bei seinem Versuch, eine digitale Weltbibliothek aufzubauen: Vergangene Woche einigte Google sich nach zweijährigen Verhandlungen mit den amerikanischen Buchverlegern. Google darf nun urheberrechtlich geschützte Bücher in Bibliotheken scannen. Verleger und Autoren hatten das Unternehmen mit einer Sammelklage unter Druck gesetzt. Das Gericht muss dem Vergleich noch zustimmen.

Die Schriftsteller sind bereits begeistert. "Millionen Bücher finden nun im Internet ein neues Zuhause und neue Leser", sagte Paul Aiken vom Schriftstellerverband Authors Guild. Bei dem Vertrag geht es in erster Linie um Bücher, die noch urheberrechtlich geschützt, aber nicht mehr auf dem Markt sind. Google will dafür sorgen, dass die Leser im Netz ein Fünftel der Seiten solcher Bücher kostenlos lesen können. Wer mehr will, soll zahlen.

Bei Büchern, die auf dem Markt sind, beschränkt sich Google auf Ausschnitte. Die Verlage können bestimmen, ob sie die Titel online verkaufen wollen. Google baut ein Rechteregister auf, mit dessen Hilfe 63 Prozent der erzielten Einnahmen an die Rechteinhaber verteilt werden sollen. Google will das Modell auch in Europa einführen. Die deutschen Verleger und Autoren haben bisher keine gemeinsame Position. jun