Sie sitzt in der Suite wie in einem Raumschiff. Draußen fließt die Salzach vorbei, Sonnenlicht fällt durch die Blätter der Kastanienbäume, aber hier drinnen ist nichts anderes als Klimaanlage und stilles Wasser, Kaffee und eine kleine Auswahl Pralinés. Und Journalisten, die an Aufnahmegeräten fummeln. Anna Netrebko ist geduldig. Wie oft hat sie das schon erlebt, diese erzwungene Intimität in einer Hotelsuite, den starren Blick der Journalisten auf die Kontrollleuchte des Aufnahmegeräts, das verschämte Blättern im Notizbuch. Draußen sitzt ihr Presseagent und blickt auf die Uhr. Keine Fragen zum Privatleben. Keine Fragen zum uruguayischen Bassbariton Erwin Schrott. Das Interview zur Geburt ist bereits an die österreichische Wochenzeitung News verkauft.