Lieber Herr Schmidt, haben Sie mitbekommen, dass Marcel Reich-Ranicki den Deutschen Fernsehpreis abgelehnt hat?

Ja, habe ich. Wussten die vorher, dass er den Preis auf diese Weise ablehnen wollte?

Nein, im Gegenteil! Er sollte ja den Ehrenpreis für sein Lebenswerk erhalten, und man dachte, er würde sich geschmeichelt fühlen – und dann dieser Eklat.

Im Prinzip hat er das gut gemacht! (lacht)

Wie ich Sie kenne, wären Sie an seiner Stelle zu keinem anderen Urteil gekommen.

Das weiß ich nicht. Ich weiß auch nicht, ob diese Preisverleihung anders war als die vorangegangenen. Ich weiß nur, dass das meiste, was auf unseren Fernsehschirmen geboten wird, so ist, dass ich es nach wenigen Minuten abschalte.

Würden Sie generell von einem Niveauverfall des Fernsehens sprechen?