Ein Gutachter, der den Gegenstand seiner Begutachtung nie gesehen hat; Tierschutz, der das Leben in freier Wildbahn verbietet; Politiker, deren ethisches Gewissen an der Stadtgrenze haltmacht – die Geschichte der Bremer Affenversuche ist voller Kuriositäten. Doch dahinter steht eine Frage, die weit über Bremen hinaus von Bedeutung ist: Wo endet die Freiheit der Wissenschaft – und wo beginnt der Schutz unserer tierischen Mitgeschöpfe?

Weil sie "ethisch nicht gerechtfertigt" seien, will der Bremer Senat dem Hirnforscher Andreas Kreiter seine umstrittenen Affenversuche an der Bremer Universität endgültig verbieten; die Hochschule pocht dagegen auf die Forschungsfreiheit und will bis vor das Bundesverfassungsgericht ziehen. Das Schicksal des Wissenschaftlers und seiner 24 Makakenäffchen wird damit zum Präzedenzfall. An ihm entscheidet sich, wie es künftig um die Ansprüche von Tierschützern und die Rechte von Forschern in Deutschland bestellt ist.