Amos Oz ist der prominenteste Schriftsteller Israels. Schon seine Ankündigung, eine neue Partei mit zu gründen, sorgte vergangene Woche für Schlagzeilen in Israel. Der 1939 in Jerusalem geborene Oz trat als 15-Jähriger einem Kibbutz bei und studierte später Literatur und Philosophie. Er kämpfte 1967 im Sechstagekrieg und 1973 im Jom-Kippur-Krieg, setzte sich aber schon früh für einen Kompromiss zwischen Israelis und Palästinensern ein. 1992 erhielt Amos Oz den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels, 2005 wurde ihm der Goethe-Preis der Stadt Frankfurt verliehen. Am 13. Dezember wird er nach Düsseldorf reisen, um dort den Heinrich-Heine-Preis entgegenzunehmen. Der vielleicht eindrucksvollste seiner vielen Romane, »Eine Geschichte von Liebe und Finsternis«, handelt vom tragischen Schicksal seiner Eltern, Flüchtlingen aus Europa. Wie nebenbei entfaltet sich die Geschichte des 20. Jahrhunderts, gesehen mit den Augen eines israelischen Juden, der seine europäischen Wurzeln nicht vergessen hat. Zuletzt erschien von ihm auf Deutsch »Verse auf Leben und Tod«. Amos Oz lebt mit seiner Frau Nili in dem kleinen Städtchen Arad in der Negew-Wüste.