Die gute Nachricht zuerst: Deutsche Autobauer können Fahrzeuge herstellen, die ziemlich gut für den Klimaschutz sind. Audi kann das, BMW, Ford, Mercedes, Opel und VW können es auch. Fast alle haben Autos im Angebot, die weniger als etwa 5,5 Liter pro 100 Kilometer verbrauchen – und die damit höchstens 140 Gramm Kohlendioxid pro Kilometer emittieren. Sogar ein flinkes Coupé (Audi TT 2,0 TDI Quattro, 170 PS, 139 Gramm CO₂) findet sich in dieser Gruppe und ein ausgewachsener Fünfer-BMW (520d, 177 PS, 136 Gramm CO₂). Zum Vergleich: Im Durchschnitt verbrauchen alle bisher in diesem Jahr neu zugelassenen Autos 6,5 Liter, stoßen 165 Gramm der klimaschädlichen Substanz aus.

Die schlechte Nachricht: Obwohl die deutschen Hersteller klimaverträgliche Fahrzeuge bauen können, hat die Regierung die Gelegenheit verstreichen lassen, aus der Not eine Tugend zu machen. Sie hätte, wo sie jetzt ohnehin schon den Autokonzernen hilft, den Absatz umweltfreundlicher Fahrzeuge gezielt fördern können. Doch dem amtlichen Programm zur Ankurbelung der Autokonjunktur fehlt jegliche Klimakomponente.

Doch mehr noch, die Regierung hat Bürgern und Steuerzahlern sogar eine regelrechte grüne Mogelpackung aufgetischt. In ihr Maßnahmenpaket "Beschäftigungssicherung durch Wachstumsstärkung" hat sie geschrieben, sie wolle "ökoeffiziente Fahrzeuge" fördern. Ein bisschen umweltfreundlich soll das Absatzförderungsprogramm schließlich schon erscheinen.

Tatsächlich aber werden die Käufer aller Autos gefördert. Ein Jahr lang bleibt jeder von der Kraftfahrzeugsteuer befreit, der sich bis Mitte 2009 ein neues Auto kauft. Der Anspruch auf Umweltfreundlichkeit rührt von anderswo her: Sollte ein Fahrzeug gekauft werden, das die erst künftig vorgeschriebene Abgasnorm Euro 5 oder Euro 6 bereits heute erfüllt, dann wird die Kfz-Steuer zwei Jahre lang erlassen. Maximal bis Silvester 2010.

Dahinter, dieser Verdacht drängt sich auf, steckt blanker Protektionismus: Der Versuch, deutsches Steuergeld möglichst gezielt deutschen Herstellern zukommen zu lassen. Euro 5 oder 6 schaffen nämlich laut einer Liste des ADAC derzeit rund 220 Fahrzeugtypen, überwiegend aus deutscher Herstellung. Sollen mit deutschem Steuergeld vor allem deutsche Autos gefördert werden, scheinen deshalb die zukünftigen Euro-Normen ein gutes Kriterium zu sein.