Selten kommt die Mathematik der Natur so nahe: Mit einem Computerprogramm hat der Tübinger Entwicklungsbiologe Hans Meinhardt die Prozesse simuliert, die auf der Schale der Schnecke Oliva porphyria ein charakteristisches Pigmentmuster hinterlassen. In der soeben eröffneten mathema-Ausstellung im Deutschen Technikmuseum in Berlin ist das Bild noch bis zum 2. August 2009 zu sehen. Mit Oliva porphyria hat sich Meinhardt ein besonders schwieriges Exemplar ausgesucht: Die rotbraunen Linien verlaufen nicht, wie bei vielen anderen Schnecken, senkrecht zur Wachstumsrichtung, sondern schräg. Schuld daran sind die Zellgruppen in der Entstehungsregion der Schale: Sie erzeugen immer nur für kurze Zeit Pigmente, stecken aber ihre Nachbarzellen mit der Produktion an, bevor sie ausfallen. jom

Foto: Dr. Hans Meinhardt