Asiens Elefanten leben gefährlich. Durch Waldrodung und rasante Urbanisierung schrumpft der Raum, den sie ungehindert durchstreifen können. Der indische Fotograf Palani Mohan engagiert sich für die bedrohte Kreatur. Mit Schwarz-Weiß-Aufnahmen von badenden und arbeitenden, trompetenden und dressierten Elefanten stimmt er eine Eloge auf die »Würdenträger der Schöpfung« an. Von Rajasthan bis Thailand, von Myanmar bis Malaysia ist er gereist, um sie in ihrer Doppelrolle als Herr und Diener zu porträtieren. In Bangkok müssen die Riesen unter Anleitung ihrer Führer um Geld betteln und dafür den Rüssel in Kneipeneingänge und Geschäfte stecken (unser Bild zeigt einen neugierigen Elefanten in Chiang Mai). Das Volk der Karen an der myanmarischen Grenze macht sie sich mit Stöcken gefügig. Bei religiösen Festen jedoch trumpft Elephas maximus als Glücksbringer auf. Dann wird er bis über beide Ohren mit Blumen geschmückt. Zum Zeichen der Verehrung gehen die Gläubigen unter seinem Bauch hindurch und beten im Tempel den elefantenköpfigen Ganesha an. So nah rückt der Fotograf diesen duldsamen Helden, dass ihre Empfindsamkeit unter der dicken Haut sichtbar zu werden scheint. cs

Palani Mohan: »Elefanten«. Aus dem Englischen von Jorunn Wissmann; Gerstenberg Verlag, Hildesheim 2008; nicht paginiert, 29,90 Euro