Schon wieder eine Pisa-Studie? Es ist gar nicht so leicht, den Überblick zu behalten. Hier eine Orientierungshilfe:

Pisa steht für Programme for International Student Assessment und ist der größte internationale Schulvergleichstest. Durchgeführt wird er alle drei Jahre von der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), einer Denkfabrik der Industrieländer. Neben den 30 OECD-Mitgliedsländern nehmen aktuell 27 weitere Staaten daran teil.

Die erste Studie (Pisa 2000) löste hierzulande einen Schock aus: Die deutschen Schüler brachten im internationalen Vergleich nur unterdurchschnittliche Leistungen, und Deutschland erwies sich als besonders ungerecht: In kaum einem anderen Land der Welt war die Leistung so stark an die soziale Herkunft gekoppelt.

Dieses Mal (Pisa 2006) lag der Schwerpunkt auf den Naturwissenschaften, nach Lesekompetenz im Jahr 2000 und Mathematik 2003. Geprüft werden aber immer alle drei Gebiete. Die Ergebnisse des internationalen Vergleichs von Pisa 2006 wurden bereits im Herbst 2007 veröffentlicht. Dabei hatte sich Deutschland gegenüber den Vorjahren verbessert.

Die nun veröffentlichten Pisa-Ergebnisse vergleichen die Leistungsfähigkeit der Schulsysteme in den 16 Bundesländern. Es handelt sich dabei um die Auswertung von nationalen Ergebnissen , die mit Pisa 2006 erhoben wurden. Dafür wurden rund 40000 zufällig ausgewählte 15-jährige Schüler an rund 1500 Schulen getestet. Alles zusammen liegt jetzt als sogenannte Pisa-E-Studie vor (E für die nationale Erweiterung).

Die Pisa-Studie 2006 wurde in Deutschland unter der Federführung des Leibniz-Instituts für die Pädagogik der Naturwissenschaften in Kiel (IPN) durchgeführt. Leiter des IPN ist der Erziehungswissenschaftler Manfred Prenzel (siehe Interview rechts)

Die Pisa-Aufgaben müssen zum Teil im Multiple-Choice-Verfahren gelöst werden, zum Teil sind von den Schülern offene Fragen zu beantworten. Um Aussagen über den Zusammenhang von Leistung und sozialer Herkunft treffen zu können, wurden die Schüler auch nach ihrem Elternhaus und ihren Lerngewohnheiten befragt.