Als 1929 die Weltwirtschaftskrise begann, hatte General Motors (GM) aus Detroit gerade die Adam Opel AG erworben. Jetzt könnte diese wieder selbstständig werden, hoffen einige Manager und Betriebsräte bei Opel.

Die Firma hat den deutschen Staat vorsorglich um Hilfe gebeten, denn der Mutterkonzern schuldet ihr angeblich noch rund zwei Milliarden Euro an Vorleistungen. Falls GM nun Insolvenz anmelden müsste und der Geldfluss aus den USA ganz versiegte, wäre Opel schnell am Ende, und 25000 Arbeitsplätze in Rüsselsheim, Bochum, Kaiserslautern und Eisenach wären bedroht. Andererseits könnten neue Kredite mit Bürgschaft vom deutschen Staat schnell in Detroit landen – schon um das zu verhindern, gab Angela Merkel diese Woche noch keine feste Zusage. Im Dezember soll entschieden werden.

Opel hat zeitweise von GM profitiert und dann wieder unter den Amerikanern gelitten. Bis in die neunziger Jahre wetteiferte Opel noch mit VW um die Marktführerschaft in Deutschland. Doch dann wurde das Geld bei GM knapp. Immer neue aus Detroit entsandte Opel-Chefs vernachlässigten die Qualität. Die Käufer blieben aus. Zuletzt wurde die Qualität besser, und das neueste Opel-Modell, der Insignia, wurde zum europäischen Auto des Jahres gewählt.

Opel wird heute aus der Züricher GM-Zentrale für Europa gelenkt und ist eng eingebunden in den Verbund mit Vauxhall, Saab, Cadillac und Chevrolet. Trotzdem ließen sich die Geschäfte trennen, glauben die Anhänger der Selbstständigkeit.

Doch dieser Traum hat große Risiken. Opels mit Abstand wichtigster Markt, Westeuropa, wird allenfalls stagnieren. Und das GM-Hoffnungsauto, der Chevrolet Volt mit Elektroantrieb, wurde zwar von Deutschland aus mitentwickelt, soll aber in den USA gebaut werden dhl