Dass ich Schauspieler werden wollte, wusste ich schon ziemlich früh. Da war ich fünfzehn und spielte in »Kinder aus Stein« einen verwahrlosten Straßenjungen. Im Jahr darauf besuchte ich sogar eine Schauspielschule in München – für genau einen Tag. Dann zog ich nach Berlin und blieb dort hängen.

Aber von der Schauspielerei konnte ich noch lange nicht leben. Ich musste mein Geld anderswie verdienen. Deshalb habe ich Pakete ausgefahren, habe den Türsteher gemacht – und landete schließlich im Exil. Das war ein damals schon legendäres österreichisches Restaurant in Berlin. In Kreuzberg. Ossi Wiener hatte es einst gegründet, ein ziemlich abgefahrener Allroundkünstler aus Wien.

Angefangen habe ich im Exil als Küchenhilfe, dann durfte ich Nachspeisen machen, später alles. Je mehr ich durfte, umso mehr Spaß hat es mir gemacht, aber ich brauchte auch einfach das Geld, das ich mit diesem Job verdiente. Schließlich hatte ich mit zwanzig ja auch schon eine Frau und ein Kind, für das ich mich verantwortlich fühlte.

Vor allem aber: In dieser Zeit habe ich die österreichische Küche für mich entdeckt. Den Kaiserschmarrn! Den Milchrahmstrudel! Und: das Wiener Schnitzel!

Auch heute, 20 Jahre später, kann ich mir nichts Besseres vorstellen als ein Wiener Schnitzel mit Kartoffelsalat. Das Schnitzel natürlich vom Kalb, den Kartoffelsalat ohne Mayonnaise, ganz klassisch österreichisch: Ich koche das ziemlich oft. Und erinnere mich dann an meine Anfänge als Familienvater.

Aufgezeichnet von Wolfgang Lechner

Zubereitung: