Zutaten (für 4 Portionen)

    Für die Gnocchi:
    500 g mehlige Kartoffeln 150 g Mehl (evtl. mehr)
    100 g Pistazienkerne
    150 g Spinat
    etwas Salz

    Für die Soße:
    200 g Gorgonzola
    150 g Butter
    100 ml Sahne
    1 Knoblauchzehe
    geriebene Muskatnuss
    Salz, Pfeffer
    40 g Pistazienkerne
   
Im vorigen Jahr habe ich viele Wochen in Palermo zugebracht für "Palermo Shooting" und kannte deswegen alle guten Restaurants in unserer Gegend. Ich wusste, was ich wo bestellen würde und wie viel Zeit einzuberechnen war für Tortellini in Brodo in der Casa del Brodo oder für Pasta alle sarde in der Antica Focacceria San Francesco.

An einem der letzten Drehtage, als mir unverhofft ein bisschen mehr Zeit geschenkt war, bin ich etwas weiter aus der Altstadt hinausgeschlendert und schließlich in einem kleinen Lokal gelandet, im Ristorante Le Volte in der Via Agrigento. Und dort bin ich auf ein mir unbekanntes Gericht gestoßen: Gnocchi verdi al gorgonzola e pistacchi. Das hat mich stutzen lassen.

Pistazien gibt’s in Palermo an jeder Straßenecke. Ich hatte regelmäßig eine Hosentasche voll damit. Dieses kurze Gebrösel, um an den Pistazienkern ranzukommen, beruhigt die Nerven beim Drehen, wo man oft warten muss. Und mein Lieblingseis war erklärtermaßen das Pistazieneis. Nur in Gnocchi waren mir Pistazien noch nicht untergekommen.

Zwanzig Minuten später standen sie dann vor mir, die Gnocchi ai pistacchi. Schon nach dem ersten Bissen dämmerte in mir die Erkenntnis: Das war’s! Ein Gedicht! Mir schossen vor Begeisterung, wie einzigartig dieses Gericht war und wie herrlich es schmeckte, geradezu die Tränen in die Augen. Am nächsten Tag war ich gleich wieder da und hatte das halbe Team mitgebracht, aber da war das Restaurant zu. Und dann war Nachtdreh, und so habe ich die Pistazien-Gnocchi nur noch ein einziges Mal vor der Abreise essen können.

Zubereitung:

Kartoffeln kochen, noch heiß schälen, durch die Kartoffelpresse drücken und mit dem Mehl, dem Salz, den fein geriebenen Pistazienkernen und dem passierten Spinat zu einem geschmeidigen Teig verkneten. Eventuell weiteres Mehl zufügen.

Den Teig eine halbe Stunde ruhen lassen, dann 1 cm dicke Würste rollen, davon je 1 cm lange Stücke abschneiden und daraus Kügelchen formen. Diese auf dem Nudelbrett nebeneinander auslegen und mit dem Rücken einer Gabel jedes Kügelchen platt drücken, wobei gleichzeitig das typische Muster entsteht. Die Gnocchi in kochendes Salzwasser geben und warten, bis sie an die Oberfläche steigen. Dann abgießen.

Für die Soße Butter und Gorgonzola in einem Topf schmelzen lassen, Knoblauch hineinpressen, alles schaumig schlagen, mit Sahne verfeinern, mit Salz, Pfeffer und Muskat abschmecken. Die Soße über die Gnocchi gießen und mit grob gehackten Pistazien bestreuen.

Der Filmregisseur Wim Wenders, 63, findet die Verpflegung während Filmarbeiten "meist wenig prickelnd" und isst lieber in örtlichen Restaurants.