Um "Schmerzen, Leiden, Schäden und Angst" bei Versuchstieren zu erkennen und zu bewerten, hat die Eidgenössische Kommission für Tierversuche einen Katalog erstellt, der anhand einer detaillierten Auflistung erlauben soll, jeden Tierversuch einer bestimmten "Schweregrad-Kategorie" zuzuordnen. Die Schweizer Tierschützer unterscheiden dabei vier Kategorien, von Schweregrad 0 ("keine Belastung") bis 3 ("schwere Belastung").

Grad 0 wäre demnach "ausschließliches Beobachten der Tiere", bei Ratten und Mäusen auch der kurzfristige Entzug von Futter (zum Beispiel bei Ratten und Mäusen nicht länger als 24 Stunden) oder eine Blutentnahme.

Grad 1 gilt bei Experimenten, die "kurzfristig mit leichtgradigen Schmerzen" verbunden sind, etwa bei längerem Wasserentzug, dem kurzfristigen, reversiblen Ausschalten einiger Hirnregionen (durch Kälte) oder der Kastration männlicher Tiere unter Narkose.

Grad 2 bezieht sich unter anderem auf Stressreize, an die sich die Tiere nicht gewöhnen (zwei Wochen Dauerlicht für Ratten), Versuche mit chronisch implantierten Elektroden im Schädel oder die Kastration von weiblichen Tieren.

Grad 3 schließlich gilt bei starken, unvorhersehbaren Stressreizen (etwa Fußschocks für Nagetiere), bei der Verabreichung krampfauslösender Mittel, bei Chemotherapien oder tödlich verlaufenden Infektions- und Krebskrankheiten ohne vorzeitige Euthanasie.

Dabei betonen die eidgenössischen Experten, dass ihr Kriterienkatalog (Link unter www.zeit.de/2008/48/affenversuche) stets nur eine "Annäherung an die tatsächliche Situation" darstelle: "Oft kann eine Beurteilung des Schweregrads nur vorgenommen werden, wenn eine vollständige und sorgfältige Beurteilung der Tiere zu verschiedenen Zeitpunkten erfolgt ist." bel