Es gibt Träume, die mich seit meiner frühesten Kindheit verfolgen. In einem springt ständig ein rosafarbener Zeichentrickwurm auf und ab, während er mit seinen kleinen Armen eine Tasche voller Dollar mit sich herumschleppt. Verdammt seltsam, nicht wahr?

In einem anderen gleite ich mit enormer Geschwindigkeit über eine Landschaft von Hügeln und Bergen, die von einem weißen Seidentuch verdeckt ist. Ich fliege über die Täler, und es ist zunächst ein angenehmes, befreiendes Gefühl, so dahinzurasen. Nur endet dieser schöne Traum immer mit der Angst vor dem nahenden Tod – was mich bis heute immer wieder verstört. Ich muss etwa vier Jahre alt gewesen sein, als diese Träume begannen – zu einer Zeit, als ich gerade anfing zu begreifen, was es um mich herum sonst noch so gibt: das Universum, den Weltraum und eben den Tod.

Später, als Teenager, wurden meine Träume deutlich entspannter. Zum Glück. Ich träumte von wunderschönen Frauen mit großen Brüsten und knackigem Hintern. Immer wieder. Von den guten Dingen des Lebens eben.

Vor ein paar Jahren hat sich das abermals geändert: Manchmal träume ich, dass ich nackt durch ein Feld voller Basilikum laufe. Ab und zu streife ich ein paar Rosmarinsträucher und werde von ihnen gepeitscht. Das ist aber kein Albtraum. Ganz im Gegenteil: Es gibt mir ein losgelöstes Gefühl, nackt durch ein Feld voller Kräuter zu laufen, es ist ein wunderbarer Eskapismus. In letzter Zeit träume ich öfter von Zutaten, von Suppen mit Rosmarin beispielsweise oder – immer wieder – von gerösteten Zwiebeln.

Es gibt noch eine Variante des Träumens, die ich aktiv betreibe: Ich bin ein leidenschaftlicher Tagträumer, einer, der immer wieder versucht, vor seinem geistigen Auge zu sehen, wie sich Dinge entwickeln könnten, wie ein Gericht aussehen oder schmecken könnte. Das passiert oft, wenn mein Arbeitstag vorüber ist, wenn ich runterkomme von all dem Wirbel um meine Person und meine Aktionen. Da stehe ich dann oft, ein bisschen geistesabwesend, während meine Frau versucht, mit mir zu reden. Doch ich höre sie gar nicht – erst wenn sie mich anschreit, und das erschreckt mich dann immer zu Tode.

All dies ergibt schon ein seltsames Sammelsurium an Träumen und Träumereien aus meinem bisherigen Leben. Woher sie kommen, was sie bedeuten – ich weiß es auch nicht. Ich stelle nur fest, dass sie mitunter etwas seltsam sind. Was vielleicht damit zu tun hat, dass es oft ziemlich eigenartig sein kann, ich selbst zu sein – Jamie Oliver. Manchmal wünschte ich, ich könnte meine Teenager-Träume zurückbekommen – die waren mit Abstand die aufregendsten.

Aufgezeichnet von Martin Scholz