Der Freiherr hat die Manschettenknöpfe vergessen. Nun halten zwei zurechtgebogene Büroklammern seine Hemdenärmel zusammen. Der Hinweis ist wichtig, denn Karl-Theodor zu Guttenberg, Spross einer jahrhundertealten Adelsfamilie aus Oberfranken, steht nicht nur in dem Ruf, finanziell unabhängig, sondern mitunter auch etwas abgehoben zu sein. Deshalb weist er zu Beginn des Gesprächs selbst auf die Büroklammern hin.

Seit Anfang November ist Karl-Theodor zu Guttenberg CSU-Generalsekretär, zuvor hatte sich der 36-Jährige im Bundestag den Ruf eines kompetenten Außenpolitikers erworben. Nun heißt es Würzburg statt Washington, Erbschaftsteuer statt Afghanistan-Einsatz – der neue Job zwingt ihn zum Innendienst. Guttenberg steht für die Generation 50 minus: eine Riege junger, aufstrebender CSU-Politiker, die nach dem Debakel bei der Landtagswahl damit leben muss, dass ihre Partei irdisch geworden ist.