DIE ZEIT: Herr Mirabaud, Sie könnten uns einen Gefallen erweisen.

pierre Mirabaud: Wenn ich kann, gerne.

ZEIT: Sie könnten die ewig gleichen Debatten ums Bankgeheimnis beleben, indem Sie die Abschaffung ernsthaft thematisieren würden.

Mirabaud: Ich kann Ihnen den Gefallen nicht tun, das liegt am Parlament und am Schweizer Volk. Und das Volk hat immer wieder gesagt, dass es felsenfest hinter dem Bankengesetz steht, also dem Recht auf Privatsphäre. Natürlich will der deutsche Finanzminister Peer Steinbrück, dass wir das Bankgeheimnis von uns aus abschaffen, aber das ist undenkbar.

ZEIT: Das Bankgeheimnis ist doch so löchrig geworden, dass es sich schrittweise auflöst.

Mirabaud: Wo sehen Sie Löcher?

ZEIT: Aktueller Fall: Bei den Ermittlungen der US-Behörden gegen die UBS ist die Schweiz bereit, reihenweise Daten über amerikanische Bankkunden offenzulegen.