Sein ist der Sieg, fünfmal auf dem Centre-Court in Wimbledon. 237 Wochen lang Platz eins auf der Weltrangliste. Einhändig seine Vorhand und Rückhand. Trockener Volley, gefühlvoller Slice. Der Aufschlag, sein Aufschlag, krachend, behutsam. Uhrwerkmäßig. Topspin, Effet, ganz viel Effet. Wenn Roger Federer es wollte, ganz sicher, könnte er die gelbe Kugel so übers Netz schlagen, dass sie drüben eine schnelle Runde dreht und dann brav wieder zu ihm zurückkehrt. Plop. Wenn ihn Tennis etwas lehre, hat der Meister aus Basel einmal gesagt, dann dies: "Die Dinge kommen während des Spiels." Wenn ihn der Gegner nach hinten drücke, dann gerate er bisweilen in Euphorie. Ohne dass er es selbst bemerke, spiele er dann die besten Bälle.

Nun zu Tommy Haas und den anderen teutonischen Tennisarbeitern. Zu Nicolas Kiefer, zu Rainer Schüttler etwa. Was, wenn Gegner sie nach hinten drücken? Euphorie? Eher weniger. Also, bei den Deutschen ist das mit dem Tennis, wenn man es mal hart sagen will, irgendwie ganz anders. Hanns-Bruno Kammertöns

Hanns-Bruno Kammertöns ist ZEIT-Redakteur