Um unsere Kultur ist es nicht gut bestellt. Wir wissen unendlich viel, aber wie man stilgerecht einem abgeliebten Menschen den Laufpass gibt, das wissen wir nicht. Wie sagt man Goodbye, Lebwohl und Aufnimmerwiedersehen? Hier ein paar Ratschläge. Beruhigen Sie als Erstes Ihr schlechtes Gewissen; Trennungen sind das Normalste von der Welt und haben auch im Tierreich ihr Vorkommen. Oder denken Sie an ein Cabriolet. Sobald es ein paar Jahre auf dem Buckel hat, zündet das Motorherz nicht mehr, das Stoffdach wirft Falten, die Polster werden speckig und weisen hässliche Gebrauchsspuren auf. Der Besitzer weiß gar nicht mehr, warum er das alte Schätzchen früher einmal gern gehabt hat. Im menschlichen Sektor ist es nicht anders. Angenommen, Sie haben Ihren Partner beim Fast Dating kennengelernt und nach einem körperbetonten Wochenende zeitnah geheiratet. Irgendwann jedoch stellte sich das Cabrio-Gefühl ein, und in diesen Tagen ziehen Sie aus der gemeinsamen Eigentumswohnung aus. Gartenmöbel, Kinder und Schmutzwäsche lassen sie zurück. Rein menschlich gesehen, sind Sie Ihrer künftigen Exfrau eine Erklärung schuldig, zum Beispiel diese: "Sei nicht traurig, dass du mich nicht mehr hast. Sei froh, dass du mich gehabt hast." Sollte Ihr Vorgehen wider Erwarten für Verstimmung sorgen, benutzen Sie bitte die Boris-Becker-Formel: "Seit geraumer Zeit haben wir feststellen müssen, dass unsere Auffassung über die Prioritäten unserer Beziehung zu unterschiedlich sind." Bewährt hat sich auch der Satz von Veronica Ferres und ihrem verflossenen Medienpartner: "Nach Stunden gemeinsamen Schweigens sind wir zu dem Schluss gekommen, dass wir ein Paar, aber kein Ehepaar mehr sind." Die zweite Faustregel lautet: Halten Sie sich alle Optionen zur Rückkehr offen, denn man weiß nie, wo es morgen eine warme Suppe gibt. "Liebes, lass uns Freunde bleiben. Näheres regelt unser Anwalt." Vorbildlich war hier Till Schweiger bei seiner Trennung vom Model Dana: "Wir sind und bleiben als Familie ein starkes Team." Am Schluss die Frage nach dem richtigen Kommunikationskanal. Unser Tipp: Briefe gelten als unzeitgemäß; wer heute noch Briefe schreibt, beweist, dass er in der modernen Welt der Liebe fehl am Platz ist. Meiden Sie Streuverluste, kommen Sie rasch auf den Punkt. Eingebürgert hat sich die nette Abschieds-SMS, gern auch von unterwegs. Solche Trennungsschreiben erfordern jedoch viel menschliches Fingerspitzengefühl. Die Tastatur ist winzig! Finis