Die zuständige Ministerin betont die Transparenz des Programms, es gebe keine Geheimhaltung. Recherchen zeigen jedoch, dass immer wieder Auskunft verweigert wird, unter Hinweis auf geheime sensible Daten. Dieser inhärente Widerspruch ist typisch für das 123 Millionen Euro teure Programm der Bundesregierung, das bis 2010 die Entwicklung von Technologien gegen Terror und, zu einem geringen Teil, für den Schutz vor Naturkatastrophen fördern soll.

Der größte Teil der bereits bewilligten Mittel fließt in Detektoren für Sprengstoffe, Gifte und Krankheitserreger wie Anthraxsporen, etwa tragbare Analysekoffer oder Minilabore auf kleinen Chips, um von Bioterroristen infizierte Tiere ausfindig zu machen. Ein weiterer Förderschwerpunkt betrifft Terahertz-Geräte, deren unsichtbare Strahlung durch Kleidung blickt ("Nacktscanner"), in Briefe oder ins Gepäck.

Für die nächste Ausschreibungsrunde stehen Mustererkennung und Biometrie auf dem Plan: Wo sich viele Personen tummeln, sollen automatische Kamerasysteme selbstständig herausfinden, ob unter ihnen ein Terrorist ist. Damit keine gefährlichen Personen ins Land gelangen, sollen biometrische Systeme mehrere Merkmale gleichzeitig erfassen, etwa Fingerabdruck, Struktur der Iris und Gesichtsform.

Auch Rettungskräfte sollen besser ausgestattet werden: Für die Feuerwehr sollen Drohnen auch bei Rauch, Feuer und tickender Bombe die Lage sondieren. In Schutzanzüge könnten Sensoren, Ortungs- und Kommunikationssysteme eingebaut sein.

Das Ministerium fördert auch Forschung gegen Gefahren in vorgegebenen Szenarien: Beim Gebäudeschutz gegen Explosionen sollen neue Baustoffe und Sensoren helfen. Um nach einem Anschlag Panik zu begrenzen, sollen Computerprogramme automatisch die Bilder der Sicherheitskameras auswerten und Reaktionsmaßnahmen für die Rettungskräfte vorschlagen. Besonders am Herzen liegt dem Ministerium der Schutz von Strom-, Wasser- und Kommunikationsnetzen. Auf Gefährdungskarten soll sich schon bald ablesen lassen, welche Netzknoten besonders stark beansprucht und zu schützen sind. Björn Schwentker