Eigentlich sollte sie längst da sein: Die Elektronische Gesundheitskarte wollte die Bundesregierung schon vor Jahren einführen. Doch der Start verzögerte sich immer wieder. Nun aber ist es so weit: Die ersten Karten werden an Ärzte in Nordrhein-Westfalen ausgeliefert, von Mitte 2009 an sollen sie überall im Land einsatzbereit sein. Zunächst wird sich dadurch für die Patienten nicht viel ändern: Die neue Karte unterscheidet sich nur durch ein Foto von der Vorgängerin. Mittelfristig sollen aber auch Rezepte auf der Karte gespeichert werden, außerdem sollen Notfalldaten abrufbar sein – und weitere Informationen, wenn der Versicherte einverstanden ist. Dazu könnten auch komplette elektronische Gesundheitsakten gehören, wie sie Peter Reuschels Firma ICW anbietet. Dabei würde der Patient selbst entscheiden, welche Daten nur er selbst einsehen kann und worauf der behandelnde Arzt Zugriff hat.

In der Politik ist die Nutzung der Karte bis heute umstritten: Die FDP beispielsweise fordert, Kosten und Nutzen vor dem Start der Karte genauer zu analysieren. Außerdem bezweifeln die Liberalen, ob die Daten sicher genug wären – staatliche Datenschutzbeauftragte und Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt halten die Karte allerdings für absolut unbedenklich. nia