Manche Bestrebungen vertragen nicht, dass man ihre Absicht mitteilt. Man muss sie vielmehr, wie es im Geschäftsdeutschen heißt, "kommunizieren". Ein Ehewunsch etwa ist nicht "optimal kommuniziert", wenn er mit der Mitgift der Braut begründet wird. Eine geeignetere "Komunikationsstrategie" bestünde darin, von Schönheit zu sprechen. Der Ehewunsch wäre in diesem Fall, um eine andere Geschäftsvokabel zu verwenden, ungleich besser "verkauft". "Kommunizieren" und "Verkaufen" lassen sich in vielen Satzzusammenhängen gegeneinander tauschen; auf jeden Fall lohnt sich die Probe: Man erkennt daran den Betrug. Oft genug fliegt er allerdings von selber auf. Wenn ein Manager klagt, die Aufregung über eine Massenentlassung sei nur entstanden, weil die Maßnahme nicht "optimal kommuniziert worden sei", dann hat er wohl in gewisser Hinsicht recht, aber die Klage selbst ist ein Zeichen schlechter, nämlich allzu treuherziger Kommunikation einer fehlgeschlagenen Irreführung der Öffentlichkeit. Eine professionelle "Unternehmenskommunikation" gibt nicht zu erkennen, dass es sie gibt. Die beste "Verkaufe" (um das hässlichste Wort aus dem Umfeld auch noch zu nennen) bleibt unsichtbar. Jens Jessen

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