Man kann sich gut vorstellen, dass es ihm jetzt reicht. Dass er genug hat. Von der Deutschen Bank. Von Deutschland. Man würde ihn verstehen, wenn er nun in das Land zurückginge, aus dem er vor zwölf Jahren gekommen ist. Heim in die Schweiz, an die Spitze der angeschlagenen Großbank UBS, die großes Interesse an ihm hat.

Zuletzt kam es knüppelhart für den Sonnyboy aus dem Sarganserland, der seit Mai 2002 an der Spitze des größten deutschen Geldhauses steht. Was immer er tat, was immer er sagte – es wurde Josef Ackermann übel genommen.

Die Bank komme auch in der Krise ohne Staatshilfe aus, hatte er nicht ohne Stolz bekundet und bei einer internen Tagung vor Managern seines Hauses in der Konzernsprache hinzugefügt: "It is a shame, if we asked money from the tax-payers."

Es wäre eine Schande, um Steuergeld zu bitten? Die Bundesregierung wertete die Worte umgehend als Dolchstoß. Mit seiner Erklärung torpediere Ackermann die Berliner Anstrengungen, das Bankensystem mit Abermilliarden an Steuergeldern vor dem Zusammenbruch zu bewahren. Der Regierungssprecher klassifizierte Ackermanns Äußerungen in seltener Deutlichkeit als "absolut bedenklich, unverständlich, inakzeptabel".

Mit einem Mal war Ackermann in Verschiss geraten. Aus den Händen von EU-Chefkommissar José Manuel Barroso sollte er in Nordrhein-Westfalen einen "Zukunftspreis" verliehen bekommen – nach öffentlicher Kritik blieb ihm nichts anderes übrig, als die geplante Ehrung abzulehnen.

Ackermann verzichtete auf den ihm vertraglich zustehenden Bonus "zugunsten verdienter Mitarbeiter, die das Geld nötiger haben als ich". Aber was der Banker als ein "ganz persönliches Zeichen der Solidarität" gewertet wissen wollte, das schmähte der SPD-Fraktionschef Peter Struck in Berlin umgehend als "reine Schauveranstaltung".

Zuletzt setzte sich Ackermann in die Nesseln, als er den Vorwurf, die Banken erzeugten eine Kreditklemme, als "absolut falsch" zurückwies – für sein Beschwichtigungsbemühen musste sich der Banker anschließend öffentlich als Täuscher titulieren lassen.