Schlittschuh laufen geht Oswald Filla nie. Zu gefährlich. Eine Verletzung nach einem Sturz wäre nicht nur für den 55-Jährigen eine Katastrophe. Womöglich geriete sogar der Spielplan der Eishockey-Bundesliga aus den Fugen. Denn Filla ist ein Spezialist: Er sorgt als Eismeister in der Lanxess-Arena in Köln dafür, dass die Eisfläche bei den Heimspielen der "Kölner Haie" perfekt ist. Das heißt: völlig eben, spiegelglatt und an der Oberfläche eine Temperatur von exakt sechs Grad minus. Zuvor hat Filla alle Risse und Löcher in der 1800 Quadratmeter großen Spielfläche beseitigt, jeden noch so kleinen Schmutzrest entfernt und an mehreren Stellen nachgemessen, ob die Fläche auch genau drei Zentimeter dick ist. Die Idylle der Perfektion währt nicht einmal 20 Minuten: Nach jedem Spieldrittel bietet sich Oswald Filla ein Bild der Zerstörung. Kaum sind die Spieler vom Eis, rücken er und ein Kollege mit Maschinen an. "Wir schleifen die Fläche ab und sammeln gleichzeitig den Schnee ein. Dann bringen wir heißes Wasser auf, das friert sofort, und alles ist wieder glatt." Dafür brauchen sie gerade mal neun Minuten. Vom Schlimmsten, was einem Eismeister widerfahren kann, ist Filla bislang verschont geblieben: "Wenn die Eismaschine plötzlich bocken und in der Drittelpause auf der Fläche stehen bleiben würde, wäre alles zu spät." Das heiße Wasser würde sofort auslaufen und ein tiefes Loch ins Eis schmelzen. "Das wäre auf die Schnelle nicht zu reparieren."

Filla begab sich eher zufällig aufs Eis. Als Elektrotechniker arbeitete er in einer Düsseldorfer Schlittschuhhalle und sprang ein, als ein Mann fürs Eis gebraucht wurde. Alles Weitere lernte er bei Kursen der Internationalen Vereinigung Sport- und Freizeiteinrichtungen. Sein schönstes Erlebnis hatte er 2002. Da wurden die Kölner Haie deutscher Eishockeymeister. "Und ich war der Eismeister des Meisters."

Ausbildung: regelmäßige Schulungen
Arbeitszeit: 40 Stunden pro Woche
Jahresverdienst: 25.000 Euro