Wieder gibt es Grund zur Freude. Die deutschen Viertklässler liegen mit ihren Leistungen in Mathematik und den Naturwissenschaften im internationalen Vergleich im oberen Drittel; mit ihren Leseleistungen haben sich die kleinen Thüringer sogar an die Weltspitze gesetzt. Unsere Grundschulen sind in einem vergleichsweise guten Zustand. Erst in der Sekundarstufe fallen die deutschen Schüler stark ab – mittelmäßige Ergebnisse bei Pisa (dort werden Fünfzehnjährige getestet) sind die Quittung.

Und wieder muss man mit Sorge registrieren, dass die Gruppe schwacher Schüler in Deutschland zu groß ist, zu der überdurchschnittlich viele Kinder von Einwanderern gehören. Diesen Kindern ein Mindestmaß an Grundbildung zu vermitteln ist die größte Herausforderung der Schulen und der Bildungspolitik.

Darüber darf aber eine andere Gruppe nicht vergessen werden: jene der besonders leistungsfähigen und leistungswilligen Kinder. Deutschland hat im internationalen Vergleich eine beschämend kleine Gruppe von Grundschülern, die Spitzenleistungen im Lesen und in der Mathematik erbringen. Das ist nicht nur ein Frevel, weil damit lernwillige Schüler mit anspruchslosem Unterricht bestraft werden, sondern auch eine Verschwendung von Talenten.

Dass die Förderung der Starken nicht auf Kosten der Schwachen gehen muss, zeigt Bayern. Es kann nicht nur die größte Gruppe von Spitzenlesern vorweisen, sondern auch die geringste Kopplung der Leseleistung an die soziale Herkunft der Schüler. Bitte nachmachen!