Herr Schmidt, was hat Sie damals veranlasst, in die Politik zu gehen – und was war der Grund dafür, immer weiterzumachen?

Helmut Schmidt: Ich bin nicht in die Politik gegangen, ich bin da hineingeraten. Das war keine willentliche Entscheidung. Es muss Ende 1952 oder Anfang 1953 gewesen sein, da haben mir drei verschiedene sozialdemokratische Kreisverbände angeboten, ich sollte in ihrem Bundestagswahlkreis kandidieren. Und ich habe mir gedacht: Das wird eine interessante Erfahrung, mal vier Jahre lang im Bundestag zu sitzen. Von den drei Angeboten habe ich mir den Wahlkreis ausgesucht, der vor meiner Haustür lag. So bin ich in die Politik gekommen. Dann fand ich es aber aufregend genug, um ein zweites Mal zu kandidieren. Ich habe also 1953 nicht den Beschluss gefasst, in die Politik zu gehen. Mein ursprünglicher, jugendlicher Berufswunsch war, als Städtebauer zu arbeiten. Sehr viel später hoffte ich, in die Hamburgische Hafen- und Lagerhausgesellschaft und in die Geschäftsführung einzutreten. Das waren meine Lebensträume.