"Du kannst mehr Mathe, als du denkst" – unter diesem Motto hat es in diesem Jahr eine Vielzahl von Veranstaltungen, Ausstellungen und Wettbewerben gegeben. Dass 2008 das Jahr der Mathematik war, konnte nur übersehen, wer zwölf Monate lang sämtliche Medien ignoriert hat.

Erfolgreich war das vom Bundesforschungsministerium ausgerufene Wissenschaftsjahr jedoch nicht wegen der bunten Plakate und der feierlichen Reden. Die Organisatoren haben es geschafft, eine Gemeinschaft, neudeutsch Community, zu mobilisieren. Die Stärke des Mathejahrs war der user-generated content, der Inhalt, mit dem die "Mathemacher" im ganzen Land das vom Ministerium gestellte Gefäß gefüllt haben. Eine gute Nachricht ist, dass Sponsoren wie die Telekom-Stiftung und der Arbeitgeberverband Gesamtmetall jetzt schon zugesagt haben, die Initiativen auch über 2008 hinweg zu fördern. Projekte zur Reform des Mathematikunterrichts an den Schulen werden weitergeführt, und auch das Mathe-Medienbüro bleibt erhalten.

Das Jahr 2009 wird unter dem diffusen Motto "Forschungsexpedition Deutschland" stehen, und es ist zu befürchten, dass sich davon irgendwie jeder Forscher angesprochen fühlt und letztlich doch keiner. Jubiläen – 60 Jahre Bundesrepublik, 20 Jahre Mauerfall – eignen sich als Anlass für Festreden, aber sie sind nicht dazu geeignet, wie das Mathejahr Menschen zusammenzuführen.