Macht nichts, sagt die Regierung. Die Verfassungsrichter lehnen die aktuelle Pendlerpauschale ab? Dann kehren wir eben zurück zur alten, teuren und umweltschädlichen Regelung.

Macht nichts, sagen auch die Parteien. In Wirklichkeit wollten wir doch nie etwas anderes als die Pauschale für jedermann. Und jetzt dient sie auch noch als Konjunkturprogramm (das die Kanzlerin doch eigentlich gerade gar nicht wollte).

Macht nichts? Die Große Koalition hat ihre zentrale Schwäche selten so deutlich gemacht wie bei der Pendlerpauschale: Sie kann sich einfach nicht entscheiden und schafft der Republik dadurch immer neue Probleme.

Natürlich ist die Pauschale ökologisch falsch, weil sie die Bürger ermutigt, in die Vorstädte zu ziehen und Tag für Tag allein in ihren spritfressenden Privatwagen zur Arbeit zu gondeln. Und ebenso natürlich wohnen viele Menschen heute nun einmal genau dort, fernab von Bus und Bahn, und wenn sie die Fahrtkosten nicht mehr absetzen dürfen, werden sie schlicht ärmer. Also sprach die Große Koalition: Nur noch diejenigen sollen begünstigt werden, die mehr als 20 Kilometer vom Job entfernt wohnen.

Mit dieser willkürlichen Begrenzung war der Berliner Frieden gesichert – und der Rechtsfrieden zerstört. Und jetzt stehen wir wieder da, wo Schwarz-Rot des Öfteren ankommt: am Anfang. Die Umwelt leidet weiter, und statt eines gezielten Investitionsprogramms für das Land und für die Konjunktur gibt es Maßnahmen nach dem Prinzip Zufall.