Vor einer Woche hat das erste Milliarden-Konjunkturpaket der Großen Koalition im Bundesrat die letzte Hürde genommen. Und schon ist die Rede von einem zweiten Programm, das die Rezession besser abfedern soll. Während Kanzlerin Angela Merkel sich "alle Optionen offen" halten will, überbieten sich Minister und Parlamentarier dieser Tage mit neuen milliardenschweren Vorschlägen. Ein Überblick:

Wirtschaftsminister Michael Glos, CSU, fordert eine langfristige Senkung der Einkommensteuer. Sie soll zum 1.Juli 2009 oder rückwirkend bereits schon früher wirksam werden. Zudem will er die kalte Progression im Steuertarif zurückführen und die Krankenkassenbeiträge senken. Dabei soll die Sonderabgabe für Arbeitnehmer von 0,9 Prozentpunkten entfallen. Die Staatszuschüsse zum Gesundheitsfonds will Glos von 4 auf 14 Milliarden Euro aufstocken.

Bildungsministerin Annette Schavan, CDU, will 4,6 Milliarden Euro in das Bildungssystem investieren: Für Renovierungen, Modernisierungen und Anschaffungen soll jede Schule 100000 Euro, jede Universität oder Hochschule 500000 Euro erhalten.

Umweltminister Sigmar Gabriel, SPD, will mehr Geld für "grüne" Technik ausgeben und mit klimafreundlichen Investitionen Wachstum und Beschäftigung schaffen.

Linke Sozialdemokraten um Ottmar Schreiner und Hilde Mattheis, beide SPD, plädieren für ein 50 Milliarden Euro schweres Investitionsprogramm. In einer gemeinsamen Erklärung schlagen sie etwa eine Anhebung des steuerlichen Grundfreibetrags, den Ausbau der Verkehrsinfrastruktur sowie eine Anhebung der Hartz-IV-Regelsätze vor.

SPD-Linke um Karl Lauterbach befürworten Konsumgutscheine. Jeder Bürger soll einen 500-Euro-Scheck erhalten, der nur bei einem Eigenanteil von 200 Euro wirksam würde. Für Sozialhilfe- und Hartz-IV-Empfänger entfiele diese Zuzahlung. Auch Kinder und Jugendliche müssten nichts drauflegen, erhielten dafür aber lediglich 250 Euro. Der Bonus müsste innerhalb von zwei Monaten eingelöst werden. kerstin Bund