Diese Geschichte ist ein Märchen, und das geht so: Der große Schweizer Fotograf Robert Frank reiste im Jahre 1957 durch Amerika, einmal quer und durch, mit einer Rostschaukel unterm Hintern und einer Kamera in der Hand, was zu 2800 Fotos führte, einer visuellen Chronik jener legendären Ära, in der in New York oder Miama (siehe links) die glitzerndsten Partys stiegen und in der Weite Nebraskas die elenden Holzhäuser schief im Nirgendwo hingen und ein Schwarzer höchstens Chauffeur wurde und keinesfalls Präsident der Vereinigten Staaten, was sich ja mittlerweile geändert hat, God bless America. Eine Auswahl von 83 Bildern erschien 1958 unter dem Titel The Americans, mit einem Vorwort von Jack Kerouac, den Frank, na wo wohl, on the road getroffen hatte, und liegt jetzt wieder vor, als Reprint: Die Amerikaner (Steidl Verlag, Göttingen 2008; 30,– €). Man guckt es an, blättert, sieht diese Frau, diese schnappschussartige Schönheit in einem Aufzug schon ferner Zeit, und ist, mal wieder und neu, mit dem Land versöhnt.