Was soll in das neue Berliner Schloss? Eigentlich selbstverständlich: die "Gemäldegalerie"! Sie sollte die Bezeichnung "Nationalgalerie" bekommen. Die jetzige "Alte Nationalgalerie" sollte in "Alte Galerie", die jetzige "Neue Nationalgalerie" in "Neue Galerie" umbenannt werden. Warum? Die jetzige Unterbringung der Gemälde vom Mittelalter bis circa 1900 ist ihrer Bedeutung nicht angemessen. Das Gebäude ist einerseits zu klein für die Sammlungen, zum Zweiten nicht repräsentativ für die Fülle älterer Kunst. Für den für Berlin so wichtigen Kulturtourismus und die Darstellung Deutschlands als Kulturnation ist die Verlegung in das prachtvolle Schloss und damit – wie schon lange angedacht – in die Nähe der anderen Museen älterer Kunst eine Notwendigkeit.

Peter Kraft, Hannover

Erlauben Sie mir einen Vorschlag. Das Deutsche Historische Museum ist recht beengt im Zeughaus untergebracht und wäre ein Kandidat fürs Stadtschloss. Aus der zweiteiligen Ausstellung des Europarats "Heiliges Römisches Reich Deutscher Nation 962-1806" ließe sich eine ständige Sammlung zum Thema "Deutsche?" erarbeiten, die den historischen und geografischen Horizont angemessen erweitern könnte. Das Stadtschloss wäre der gegebene Ort, das Thema "Preußen und Deutschland" in der gebotenen Differenziertheit darzustellen.

Dr. Michael Brand, Berlin

Beim Neubau des Berliner Schlosses von "nationaler Leere" zu sprechen ist natürlich ein hartes, wenn auch begründetes Urteil. Die so angesprochene Leere könnte an diesem Ort nur eine Kultur füllen, die irgendwas mit der Nation zu tun hat. Die Kultur liegt bekanntlich bei den Landesfürsten – schön verteilt in der Provinz. Auch deswegen ist es in Berlin so leer. Nun muss Leere nichts Schlechtes sein, gerade gute Architektur ist erst mal leer und damit offen für verschiedene Nutzungen. Und was diese betrifft, bin ich sicher nicht der Einzige und Erste, der sich hier eine nationale Akademie (also des Bundes) vorstellen könnte, welche ganz im Sinne der beiden Humboldts die Besten der Nation mit dem Wissen und den Kulturen der Welt vereinigt. Museales kann dabei hilfreich sein; es wäre aber tödlich, auf handelnde Menschen, also auf lebendige Professoren und Studenten aus aller Herren Länder zu verzichten. Vielleicht auch ein Mittel, den Geisteswissenschaften zu mehr gesellschaftlicher Präsenz zu verhelfen und der Abwanderung naturwissenschaftlicher Talente an ausländische Eliteuniversitäten vorzubeugen.

Achim Schüßler, Darmstadt