Nouriel Roubini wurde 1958 in Istanbul geboren. Als er zwei war, zogen die Eltern, persische Juden, zurück nach Teheran, später ging die Familie nach Tel Aviv und schließlich nach Italien, wo Roubini (Foto) aufwuchs und zur Schule ging. Stets war er in der Rolle des Außenseiters, und vielleicht hat das dazu beigetragen, dass er sich bis heute nicht um Mehrheitsmeinungen schert.

Seinen Doktor machte Nouriel Roubini 1988 in Harvard. Den Doktorvater Jeffrey Sachs beeindruckte er mit seinem seltenen Doppeltalent: In der Mathematik fühlte sich Roubini ebenso zu Hause wie in der Analyse von politischen und wirtschaftlichen Institutionen.

An der Yale-Universität in New Haven (Connecticut), wo Roubini von 1988 bis 1995 lehrte, kam er dann in Kontakt mit Robert Shiller (Foto), jenem Wirtschaftswissenschaftler, der frühzeitig die Blase bei Internet- und Technologieaktien erkannte. Unter Bill Clinton gehörte Roubini Ende der neunziger Jahre für kurze Zeit dem Rat der Wirtschaftsberater des Weißen Hauses an. Neben seiner heutigen Tätigkeit an der New York University (Foto unten) betreibt der Ökonom seit 2004 die Beratungs- und Analysefirma RGE, das Kürzel steht für Roubini Global Economics. Die größtenteils kostenpflichtige Website gilt als eine der besten in ihrem Metier. jun