Flughafen Genf, frühmorgens. Treffpunkt ist natürlich nicht die Abflughalle, wo der normale Passagier seinen Rollkoffer aufs Band legt, den Gürtel aus der Hose zieht und auf Socken zu einem Wachmann schlurft, der ihn sexuell belästigt. Treffpunkt ist das kleine Gebäude nebenan, wo die Hostess freundlich den Weg zu einer ledernen Sitzgruppe weist und fragt, ob man Tee oder Kaffee wünscht. Der Flugkapitän streckt die Hand zum Gruß aus.
Das ist sie also, die Piste der Reichen und Berühmten, die sich am Genfer See niedergelassen haben. Der Aga Khan lebt hier, David Bowie, Athina Onassis, Alain Delon, Sophia Loren, auch Leute mit längeren Namen wie Scheich Abdul Aziz Al-Sulaiman. Der Reeder Ernesto Bertarelli (Vermögen: 9 Milliarden Euro). Der Krösus von Ikea, Ingvar Kamprad (25 Milliarden Euro). Die Liste hört nicht auf.
Die Wolken am Himmel lösen sich auf. Kein Wind. Das erfreut Menschen, die in einem Sechssitzer nach Portugal düsen wollen.
Gibt es eigentlich noch andere Autos als schwarze Cayennes? Wohl nicht, wenn man den Parkplatz vor dem Terminal anschaut. Die Gegend ist offenbar ein Refugium für Gleichgesinnte.