Die gefühlte Gefahr wächst schon seit Langem. Vor fünf Jahren in Kitzbühel haben wir fast nur die unpräparierte Skiroute benutzt, weil wir auf den planierten Pisten das Gefühl hatten, jeden Moment umkarriolt zu werden. Es war Silvester, an den Liftstationen gab es Gedränge und auf der leichten Talabfahrt abends eine Völkerwanderung. In engen Kurven kamen wir uns manchmal vor wie knapp einem Unfall entronnen, wenn wieder einer dieser waghalsigen Sonntagsfahrer überholte, von denen es immer mehr zu geben scheint. Sie tummeln sich am liebsten auf mittelschweren Pisten. Deshalb ziehen wir den Normalhängen jederzeit eine schwierige Hahnenkammabfahrt vor, wo kaum Raser unterwegs sind. Raser sind selten richtig gute Fahrer. Um ihnen aber bei der unvermeidlichen letzten Talfahrt nicht zu begegnen, muss man lange warten oder seinerseits überholen. Deshalb fahren auch sichere Fahrer manchmal unvorsichtig schnell.
Wintersport: Alpine Raserei
Nach dem Skiunfall von Thüringens Ministerpräsident Dieter Althaus wird die Frage laut: Ist die Gefahr auf den Pisten gewachsen?