Der in dieser Woche angelaufene Film Walküre mit Tom Cruise in der Rolle von Claus Schenk Graf von Stauffenberg lenkt den Blick auf einige Neuerscheinungen über den Hitler-Attentäter und sein familiäres Umfeld. Fast wie ein Skript zum Film liest sich die Reportage des Journalisten Tobias Kniebe: Operation Walküre (Das Drama des 20. Juli; Rowohlt Berlin, Berlin 2009; 288 S., 19,90 €). Kniebe hat die Vorgeschichte und den Verlauf der dramatischen Ereignisse vom 20. Juli 1944 präzise rekonstruiert und packend erzählt. Den schwierigen Weg Stauffenbergs von der anfänglichen Zustimmung zum Nationalsozialismus, über die wachsende Distanz bis hin zur Gegnerschaft und dem Entschluss, Hitler durch ein Sprengstoffattentat in der Wolfsschanze zu töten, schildert Peter Hoffmann in seiner maßgeblichen Biografie Claus Schenk Graf von Stauffenberg (Pantheon, München 2007; 720 S., 14,95 €). Eine Kurzfassung hat der amerikanische Historiker, der als fachlicher Berater des Walküre-Films diente, in der Beck’schen Reihe Wissen vorgelegt: Stauffenberg und der 20. Juli 1944 (C. H. Beck, München 1998; 104 S., 7,90 €). Ein anrührendes Porträt der Frau des Hitler-Attentäters hat Konstanze von Schulthess, die im Januar 1945 geborene jüngste Tochter, verfasst: Nina Schenk Gräfin von Stauffenberg (Pendo, München und Zürich 2008; 224 S., 19,90 €). Gestützt auf Gespräche mit der Mutter und bislang unbekannte Dokumente gibt sie nicht nur Einblicke ins familiäre Milieu, sondern auch in die schwere Zeit, die auf das gescheiterte Attentat folgte. Von der Sippenhaft betroffen war auch einer der beiden älteren Brüder Stauffenbergs, der heute fast vergessene Münchner Historiker und Dichter Alexander Schenk Graf von Stauffenberg, dem der 2008 verstorbene Althistoriker Karl Christ eine eingehende Studie gewidmet hat: Der andere Stauffenberg (C. H. Beck, München 2008; 202 S., 22,90 €). Das geistige Umfeld, der George-Kreis, dem alle drei Brüder angehörten, erschließen Manfred Riedel: Geheimes Deutschland (Stefan George und die Brüder Stauffenberg; Böhlau, Köln-Weimar-Wien 2008; 267 S., 24,90 €) und vor allem Thomas Karlauf in seiner großen Biografie: Stefan George (Die Entdeckung des Charisma; Karl Blessing, München 2007; 816 S., 29,95 €). Volker Ullrich

Aktuelle Bibliografie