Dass Barbra Streisand und Mia Farrow so gut Deutsch können, liegt an einer Frau aus München. Dass die deutsche Stimme der beiden Stars dieselbe ist, auch. Die Frau heißt Dagmar Heller und ist Synchronsprecherin. Immer wenn die amerikanischen Schauspielerinnen in Deutschland im Kino zu sehen sind, spricht Heller für die beiden. Auch die Filme, die in dieser Woche für den Oscar nominiert werden, sind für den deutschen Markt synchronisiert. "Je besser der Schauspieler ist, desto einfacher ist die Arbeit", sagt Dagmar Heller.

Sie ist selbst Schauspielerin, hat Theater gespielt und in Fernsehserien wie Derrick. Noch während sie zur Schauspielschule ging, schleppte eine Freundin sie mit zu einem Vorsprechen für eine Synchronrolle. Heller hatte keine Ahnung, was da auf sie zukommen würde. Aber sie bekam den Zuschlag: Es war die Rolle des Mädchens in der Reifeprüfung. Seitdem hat die Arbeit sich verändert. Meistens steht die Sprecherin allein im Studio. "Ich höre nur das Original und muss mir dann vorstellen, wie der Kollege seinen Part wohl gesprochen hat", sagt sie. Im Studio schaut sie sich den Originalfilm an und spricht die deutsche Fassung dann möglichst parallel auf die Lippenbewegungen des Schauspielers. Schon beim ersten Versuch muss sie auf Betonungen und die Atmung achten und gleichzeitig die Wünsche des Synchronregisseurs umsetzen. Drei bis vier Mal wiederholt sie einen Take, dann sollte er im Kasten sein. Schwierige Szenen dauern aber manchmal länger: "Wenn ich weinen muss oder schreien, kann das schon oft durchlaufen." Dann kämpft Dagmar Heller vor allem mit ihrer eigenen Unzufriedenheit. "Wieder ruhig zu werden, das ist die Kunst." Dass die Geduld sich lohnt, hat sie gemerkt, als sie The Purple Rose of Cairo synchronisiert hat: "Hinterher hat sich Woody Allen beim ganzen Ensemble bedankt, weil ihm die deutsche Fassung so gut gefallen hat."

Ausbildung: Schauspielschule, Lehrgänge
Arbeitszeit: Je nach Auftragslage
Monatseinkommen: 2000 bis 5000 Euro