Vor Kurzem hatte Fiat-Chef Sergio Marchionne, prophezeit, dass weltweit wohl nur sechs große Automobilkonzerne die Krise überleben würden – und der italienische Traditionskonzern alleine wohl zu klein dafür sei. Jetzt will Marchionne bei Chrysler einsteigen und 35 Prozent der Kapitalanteile übernehmen. Geld soll dafür allerdings nicht fließen. Stattdessen haben die Italiener mit dem Chrysler-Mehrheitseigner Cerberus Capital Management (80,1 Prozent) verabredet, dem schwer angeschlagenen US-Konzern die technische Basis für spritsparende Fahrzeuge zu liefern. Schließlich gilt Fiat als Spezialist für Kleinwagen wie den Fiat 500, den Panda oder den Grande Punto. Mit davon abgeleiteten sparsamen Autos will Chrysler-Chef Bob Nardelli offenbar einen Ausgleich zu den großen Spritfressern der Marken Chrysler, Dodge und Jeep schaffen. Zugleich wollen die Amerikaner ihr US-Vertriebsnetz für Fiat/Alfa Romeo zur Verfügung stellen und umgekehrt vom Fiat-Vertrieb außerhalb der USA profitieren. Die US-Automobilarbeitergewerkschaft UAW hat den Plan schon begrüßt. Noch muss aber die amerikanische Regierung zustimmen, deren Kredite Chrysler derzeit über Wasser halten. Beide Konzerne haben bereits missglückte Fusionen hinter sich: Chrysler mit Daimler und Fiat mit General Motors. Aber vielleicht haben sie daraus gelernt. (DHL)