1994:Paul Kagames Front Patriotique Rwandais beendet den Völkermord in Ruanda und bildet eine ethnisch gemischte Mehrparteienregierung. Kagame wird Vizepräsident. Einsetzung des Internationalen Tribunals für Ruanda

1995: Mehr als ein Drittel der Bevölkerung ist auf Nahrungshilfe angewiesen. Ruandas Regierung stellt 764 Millionen Dollar für ein Wiederaufbauprogramm bereit und beginnt mit der Privatisierung von Staatsbetrieben

1996: Willkürliche Verhaftungen von Völkermordverdächtigen. Ruandas Truppen wehren die Invasion von Hutu-Milizen aus dem Kongo ab

1997: Rückkehr von rund 1,2 Millionen Hutu-Flüchtlingen. Kagame reduziert das Kabinett von 21 auf 17 Minister. Eine unabhängige Abteilung soll die Korruption bekämpfen. Kagame lockt die ersten ausländischen Investoren an. Ruanda ist nach wie vor das zweitärmste Land der Erde

1998: Öffentliche Hinrichtung von 21 Verurteilten, die des Völkermords beschuldigt wurden. An der Frage der strafrechtlichen Verfolgung von Völkermördern entzünden sich Machtkonflikte zwischen Tutsi und Hutu. US-Präsident Clinton entschuldigt sich für die unterlassene Hilfeleistung in der Zeit des Völkermords. Die Wirtschaft wächst um zehn Prozent

1999: Neue Nationalflagge und neues Staatsmotto ("Freiheit, Kooperation, Fortschritt"). Das Parlament wählt eine Menschenrechtskommission. Die Inflationsrate stabilisiert sich bei drei Prozent

2000: Das erste Mal seit 30 Jahren werden Bürgermeister vom Volk gewählt. Kagame wird Präsident. Nach Morden an Regierungsmitarbeitern fliehen einige Hutu-Politiker ins Ausland. Bodenreform und weitere Privatisierungen. Der Internationale Währungsfonds erlässt Ruanda Schulden