Bei meinem schlimmsten Beinahe-Flugzeugabsturz war ich nicht dabei. Ich lag in Berlin im Bett, als mich der Klingelton einer eingehenden SMS weckte. Es war der 30. März 2008, genau 9 Uhr, 6 Minuten und 48 Sekunden. Ich sah auf das Display meines Handys. Meine Frau Yingxin schrieb mir, sie sei sicher in Peking gelandet, ich solle mir keine Sorgen mehr machen. Aber ging ihr Flug nicht von Peking nach Hongkong? Und warum hätte ich mir Sorgen machen sollen?
Dann fand ich im Speicher des Handys eine weitere SMS, die Yingxin vorher abgeschickt hatte. Hätte ich sie zuerst gelesen, ich wäre vor Angst gestorben. Der erste Satz lautete: »Mein Liebster. Das Flugzeug hatte eine kleine Explosion, es gibt Rauch, und es sieht so aus, dass wir schnell nach unten fliegen.« Es folgten private Dinge. Meine Frau nahm von mir Abschied.