Unterwegs von Deutschland nach Deutschland – unter diesem Titel erscheint Ende Januar das Tagebuch von Günter Grass aus dem Jahr 1990. Die Aufzeichnungen beginnen am Neujahrstag im portugiesischen Ferienhaus des Nobelpreisträgers und enden 13 Monate später ebendort. Sie sind das engagierte, sehr persönliche Protokoll einer dramatischen Zeit, in der bei vier Wahlen und in vier Verträgen die Zukunft des Landes Gestalt annimmt. Wiederholt reist Grass in die neuen Länder, kämpft für ei- ne neue Verfassung, tritt ein für seine Partei, die SPD, und streitet sich mit deren Kanzlerkandidaten Oskar Lafontaine (unser Bild zeigt beide beim Leipziger Parteitag im Februar 1990). Zudem zeichnet Grass und arbeitet an der Erzählung Unkenrufe, die 1992 erscheint. – Das Tagebuch, aus dem wir Passagen vorabdrucken, wird in einer Lese- und einer Schmuckausgabe mit vielen Zeichnungen veröffentlicht (Steidl Verlag, Göttingen).