Die Welt außerhalb des Laboratoriums war dieselbe geblieben. Aber wir hatten uns verändert. Wir waren ein paarmal gezwungen, uns von Müll und Abfall zu ernähren. Aber da wir lesen konnten, erlernten wir rasch die Zeichen an Läden und Geschäften: Lebensmittelhandlung, Großmarkthalle, Fleisch und Gemüse. Wir wussten, dass dort Essen zu finden war. Und waren wir einmal in einem Supermarkt, so halfen uns dort die Hinweistafeln, die verschiedenen Abteilungen zu finden; zum Beispiel: Abteilung 3 – Backwaren; Abteilung 8 – Molkereiprodukte, Käse, und so weiter. Wir konnten sie lesen, denn dort sind auch bei Nacht immer ein paar Lichter eingeschaltet. Auf dem Land gab es Scheunen und Silos voll Korn und Mais und Hühnerställe mit vielen Eiern. Gelegentlich trafen wir andere Ratten. Ein paarmal sprachen wir mit einigen. Aber nicht lange. Nach wenigen Worten sahen sie uns von der Seite an und zogen sich zurück. Sie spürten irgendwie, dass wir anders waren. Ich glaube, wir sahen auch anders aus.

Robert C. O’Brien: Frau Frisby und die Ratten von NIMH

ZEIT Edition "Fantastische Geschichten für junge Leser" 2008; 223 S., 8,95 €