Finnland hat weltbekannte Komponisten, Regisseure, Architekten und sogar eine eigene Form des Tangos hervorgebracht. Dass in einem der kältesten und am dünnsten besiedelten Länder Europas die Kreativität keineswegs einfriert, sondern ein eigenes Feuer entwickelt, zeigt sich auch in der zeitgenössischen finnischen Fotografie. Auf der Spitze des Eisbergs heißt eine Ausstellung mit Arbeiten einer jungen Fotografenriege, die bald im Kunstmuseum Wolfsburg eröffnet. Zu sehen sein werden knapp neunzig Bilder von sechs Künstlern, allesamt als Lehrer oder Studenten der renommierten University of Art and Design in Helsinki verbunden. Was die Fotografien verbindet, ist eine Mischung aus Kühnheit und Melancholie. Sie gehen über die Landesgrenzen hinaus, berichten vom Leben der Grönländer im Wechsel der Jahreszeiten, dokumentieren die Kultur der Roma in Osteuropa oder interpretieren das Kühl-Moderne nordischer Architektur. Die 1981 in Helsinki geborene Fotografin Anni Leppälä treibt eine Faszination für das Verborgene. Sie hält private Innenräume fest und versucht, mit der Kamera ihr eigenes Ich zu erfassen. So entstehen Aufnahmen von stiller, fast märchenhafter Anmut, weltabgewandt und doch berückend. Unsere Abbildung zeigt die Fotografie Last Autumn aus der Serie Possibility of Constancy und entstand 2008. B.W.

31. Januar bis 24. Mai. Geöffnet Di 11–20 Uhr, Mi–So 11–18 Uhr, Eintritt 8 Euro. Kunstmuseum Wolfsburg, Hollerplatz 1, 38440 Wolfsburg, Tel. 05361/26690, www.kunstmuseum-wolfsburg.de

Magnet

Foto: Anni Leppälä