Damals: 10.1.1950

Ein Mann, ein Sonnenschirm, eine Zigarre, dazu Farben, Pinsel, Leinwand und die Landschaft Madeiras. Er ist ein Bild der Gelassenheit, es trifft sich, dass ein Fotograf zugegen ist. Er weiß, was Macht ist und wo sie endet und dass es nicht in seiner Macht steht, große Kunstwerke zu schaffen. Aber darum geht es nicht. Er liebt die Farben, besonders die hellen, glänzenden. Und er malt, weil, wie er findet, jeder malen sollte. "Malerei ist eine komplette Ablenkung", schrieb er einmal. "Ich kenne nichts, was den Geist stärker in Anspruch nimmt, ohne den Körper zu ermüden." Zwei Bilder Churchills, eingereicht als Werke eines "Mister Winter", wird die Königliche Akademie der Künste ausstellen. Dass sie um die Identität des Malers nicht weiß, den sie später zu ihrem Ehrenmitglied ernennt, ist womöglich nur eine gut gepflegte Legende. F. D.

Foto: Bettmann/Corbis; privat (u.)