Michael Hoffmann-Becking wird 1943 als Sohn eines Ärztepaares in Magdeburg geboren. Er wächst im westfälischen Olpe auf, studiert Rechtswissenschaft in Freiburg, München und Münster. Mit 28 Jahren tritt er in die Kanzlei des Düsseldorfer Anwalts Hans Hengeler ein und steigt sehr bald zum Partner auf. 1990 fusioniert die Kanzlei und nennt sich seitdem Hengeler Mueller.

Jemand wie Hoffmann-Becking hätte es dort heute wohl schwerer. Er hat nie länger im Ausland gearbeitet, für einen Wirtschaftsanwalt in dieser Liga mittlerweile undenkbar. Die Kanzlei gilt als eine der ersten Adressen für Gesellschaftsrecht, mit Büros in Düsseldorf (Foto unten), München, Berlin, Frankfurt, London und Brüssel. Wer mitmacht, muss zwar nicht seine Seele verkaufen, aber hart ran. "Man kann locker 60 Stunden in der Woche arbeiten, ohne gesundheitlichen Schaden zu nehmen", sagt Hoffmann-Becking.

"Hengeler Mueller ist in einer Tiefe mit den Dax-Unternehmen verwoben, wie es sich andere Kanzleien oft nur wünschen", schreibt der Branchendienst Juve. Die Folge sind viele Mandate aus der Industrie – etwa von Siemens. Außerdem halfen Hengeler-Juristen Porsche dabei, die Anteile bei Volkswagen aufzustocken und unterstützten die Telekom beim Ausstieg aus dem Radsport-Sponsoring. Der Jahresumsatz von Hengeler Mueller dürfte laut Juve 215 Millionen Euro betragen. roh