Lieber Herr Schmidt, wenn man sich Ihre Biografie anschaut, dann hätten Sie auch Städtebauer, Redakteur einer Parteizeitung, Eisengießer in den USA, Geschäftsführer der Hamburger Hafen- und Lagerhaus Gesellschaft oder auch Seehafenspediteur werden können.

(lacht) Das ist wohl richtig.

Dann sind Sie aber doch in die Politik gegangen und schließlich bei der ZEIT gelandet. Welche Rolle haben Zufälle gespielt?

Eine große. Als ich jung war, habe ich mich unter dem Einfluss meiner Schule und des Hamburger Architekten Richard Laage innerlich etwa zehn Jahre lang auf den Beruf des Städtebauers vorbereitet – von meinem 15. Lebensjahr an bis zum Ende des Krieges.

Sie träumten doch davon, Architekt zu werden!

Es zeigte sich auch, dass ich ein ganz kleines musikalisches Talent hatte und ein noch kleineres malerisches. Für den Hauptberuf des Musikers oder Malers waren beide völlig unzureichend.

Machen Sie sich jetzt nicht kleiner, als Sie sind?