Die Gegenden, in denen der deutsche Papst aufwuchs und lehrte, sind anfällig für eine erzkonservative Variante des Katholizismus: Marktl am Inn, Hufschlag, Tübingen, Regensburg – überall in der Nähe finden sich Zentren der Pius-Bruderschaft, jener umstrittenen Gemeinschaft, die 1970 von Marcel Lefebvre in Frankreich gegründet wurde.

Richard Williamson, einer ihrer Bischöfe, leugnet den Holocaust. Die Pius-Brüder vertreten einen erzkonservativen Katholizismus, und viele von ihnen verachten Schwule, Muslime und Juden. Ihr Gedankengut verbreiten sie vor allem in Bayern und Baden-Württemberg. Im Norden und Osten, wo Deutschland überwiegend protestantisch ist, sind die Brüder so gut wie gar nicht vertreten. Oft haben sie sich, etwa im Süden, in kleinen Orten eingenistet, wo sie ihren Glauben weitab vom verhassten Zeitgeist praktizieren.

Und sie hätten es vermutlich noch eine ganze Weile unbemerkt getan, hätte der Papst nicht den Blick auf sie gelenkt.

Redaktion: Matthias Stolz; Recherche: Nina Pauer