Es kommt drauf an. Die Trübung kann eine Ablagerung von Kalk oder Spülmittelresten sein, dann muss man einfach nur die Dosierung von Spülmittel, Klarspüler und Salz richtig einstellen, und die Gläser werden wieder klar.

Wahrscheinlich geht es in der Frage aber um die Trübung, die nach vielen Spülgängen entsteht und oft damit beginnt, dass das Glas in allen Regenbogenfarben schillert. Dahinter steckt die sogenannte Glaskorrosion. Bei ihr werden tatsächlich Ionen von Elementen wie Natrium, Kalium oder Barium aus der Glasoberfläche herausgelöst, und die ist dann nicht mehr richtig glatt – für immer. Antike Gläser haben oft diese Trübung, und in der Spülmaschine läuft die Korrosion sozusagen im Zeitraffer ab.

Die Ursachen dafür sind vielfältig. Zu weiches Wasser ist nicht gut für die Gläser, es enthält zwar weniger Kalk, greift aber die Oberfläche an. Je heißer gespült wird, umso stärker ist die Korrosion, deshalb sollte man Spülprogramme über 55 Grad meiden. Die Gläser sollten sich auch in der Maschine nicht berühren, weil feinste Kratzer Angriffspunkte für die Korrosion darstellen. Und man sollte sofort nach Ende des Spülgangs die Tür der Maschine öffnen, damit der Wasserdampf entweichen kann.

Die Korrosion hängt aber auch von der Qualität des Glases ab. Inzwischen bieten einige Hersteller Gläser an, für die sie eine gewisse Anzahl von Spülgängen garantieren. Wenn ein Glas kein solches Siegel trägt und ihnen lieb und teuer ist, dann spülen Sie es besser mit der Hand. Christoph Drösser

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